Mit 47% der abgegebenen Stimmen wurde die Barbe zum Fisch des Jahres 2022 gewählt. Die Barbe gehörte ehemals zu den österreichischen Massenfischarten und ist namensgebend für eine Fischregion der Tieflandflüsse Österreichs („Barbenregion“). Heute ist diese Fischart aufgrund lokaler Gefährdung und starker Bestandsrückgänge auf der Vorwarnliste der gefährdeten Fischarten in Österreich.

Grund dafür sind fehlende Habitate für die Jungfische, der Mangel an Laichplätzen in den zum Teil nicht mehr verfügbaren Zubringern sowie die mangelnde räumliche Vernetzung der unterschiedlichen Lebensraumtypen.

Die Barbe ist eine gesellig lebende, strömungsliebende Cypriniden- Art, die sich zumeist in Bodennähe aufhält. Sie hat einen langestreckten Körper mit fast gerader Bauchlinie und leicht gewölbten Rücken. Wesentlichste Merkmale sind das rüsselartige, unterständige Maul, die fleischigen Lippen und die vier dicken Barteln an der Oberlippe – Letzteren verdankt sie übrigens ihren lateinischen Namen Barbus barbus, der Bärtige. Sie ernährt sich vorwiegend von Insektenlarven, Muscheln, Schnecken, Würmern und seltener von Wasserpflanzen.

Die Barbe ist an der Angel ein mächtiger Kämpfer. Das Fleisch ist nicht besonders schmackhaft, ein Verzehr des Laichs kann zu Übelkeit und Durchfall führen. Angelfischer entlassen daher Barben üblicherweise wieder in die Freiheit.