Der Marmorkrebs in Liefering wird bis Ende des heurigen Sommers im Zuge einer biologischen Masterarbeit von Kristina Aigner (Universität Salzburg) wissenschaftlich erforscht: „Das Wissen über diese mutierte Krebsart und sein Verhalten im Freiland ist entscheidend, um den Bestand weiter eindämmen zu können,“ bestätigt die Jungwissenschafterin. Gleichzeitig werden weitere Informationen zur Wassertemperatur, dem Temperaturverlauf während des Sommers, der Temperaturschichtung und zur Wasserqualität erhoben.

Um die Marmorkrebs-Population möglichst niedrig zu halten, wird der Bestand seit der Entdeckung regelmäßig mit Reusen gefangen. PPS- Bewirtschafter Gerhard Hatheier und die Fischerinnung Liefering entnehmen möglichst viele Tiere. Eine natürliche Maßnahme gibt es auch: „Der Marmorkrebs ist bei Raubfischen wie dem Hecht als Beute beliebt“, so Josef Egger, Vorsitzender der Peter-Pfenninger-Schenkung.

Krebse sind Kletter- und Ausbruchskünstler. Im August des Vorjahrs haben sich die Marmorkrebse bei feuchter Witterung vom Karlsbader Weiher aus auf Wanderschaft in Richtung weiterer Salzachseen begeben. „Dank der Meldung von aufmerksamen Spaziergängern und den Kollegen beim benachbarten Gartenamt wurde durch die Peter-Pfenninger-Schenkung sofort eine Sammelaktion gestartet. Dabei wurden innerhalb kurzer Zeit über 350 Tiere aufgesammelt“, berichtet Daniela Latzer vom Landesfischereiverband Salzburg.

Das Forschungsprojekt, das mit Unterstützung des Salzburger Landesfischereiverbands und unter Mithilfe der PPS durchgeführt wird, umfasst Untersuchungen am Karlsbader Weiher, dem Lieferinger Badesee, der Unteren Glan, am Pabinger Weiher sowie den beiden Hartlwirts- Teichen.

Die Arbeiten an und in den Gewässern umfassen das Einlegen und Entleeren von Krebsreusen, das Setzen und Ablesen von Temperaturschreibern und Lesegeräten („Datenloggern“), sowie die dazu notwendigen Bootsfahrten und Tauchgänge (Schnorcheln). Die Arbeiten werden so vorgenommen, dass die Ausübung der Angelfischerei möglichst wenig gestört wird.

Am 6.7.2021 wurde die Erforschung des Marmorkrebses im Zuge eines Lokalaugenscheins unter Anwesenheit von Landesrat Josef Schwaiger und unter großem Medieninteresse der Öffentlichkeit vorgestellt. Im Fotoalbum finden Sie 18 Fotos (16 ©SLFV, Mag. Dr. Laun, 2 ©Land Salzburg)

Bitte um Beachtung:

  • Die Arbeiten sind sowohl fischereiwirtschaftlich als auch behördlich genehmigt und dürfen nicht behindert werden.
  • Die im Wasser in unterschiedlicher Tiefe befindlichen Datenlogger dürfen nicht entnommen werden.
  • Versehentlich gehakte Logger sind sofort zurückzusetzen bzw. umgehend den Fischereischutzorganen zu melden (Tel. +43676 7551295 oder per Mail an kuratorium@pfenninger.at).
  • Die Krebsreusen und Futterkörbe dürfen weder entnommen, räumlich verbracht noch entleert werden.

Nähere Informationen zum Marmorkrebs finden Sie auch auf der Infotafel am Ufer des Karlsbader Weihers.