Im Karlsbader Weiher der PPS sind im Herbst 2018 österreichweit erstmals Marmorkrebse entdeckt worden. Die von Aquarianern ausgesetzten Alien-Krebse haben jetzt das Interesse der Wissenschaft geweckt. Forscher der Uni Heidelberg wollen Marmorkrebse aus Salzburg für die Tumorforschung verwenden. In den Marmorkrebsen, einer jungen Tierart, die sich noch dazu ungeschlechtlich fortpflanzt, sehen die Forscher einen Glücksfall. Zellentwicklung und Lebensweise des Marmorkrebses könnten in verschiedenen Versuchsreihen wertvolle Ergebnisse für die Behandlung todkranker Menschen bringen, sagt der Leiter im Institut für Epigenetik der Medizinuniversität Heidelberg, Frank Lyko.

„Die Population des Marmorkrebses wächst wie ein Tumor und breitet sich ständig aus. Die Frage ist nun, wie er sich anpasst, wenn er auf Widerstände trifft. Daraus wollen wir Rückschlüsse für die Frage ziehen, ob es eine ähnliche Entwicklung auch beim Tumor gibt, vor allem in den frühen Stadien seiner Entstehung. Wir wollen herausfinden, wie der Marmorkrebs es im Laufe der Zeit schafft, eine gewisse genetische Vielfalt herzustellen. Und umgekehrt geht es wieder um die Frage, ob ähnliche Mechanismen auch wirken, wenn ein Tumor wächst.“

Die Forscher in Deutschland analysieren die Salzburger Krebse auch hinsichtlich Abstammung und Verwandtschaft mit Vorkommen in anderen Erdteilen. Marmorkrebse werden mittlerweile zum Beispiel in großen Mengen in Madagaskar, in Ungarn, in der Ukraine, den USA oder Malta nachgewiesen. Seit Oktober 2018 sind sie nun eben auch erstmals in Österreich – im Karlsbader Weiher.

(Auszug aus einem Beitrag von Dr. Peter Obermüller, ORF Salzburg)