Ein missverständlich formulierter Artikel in der „Kronenzeitung“ vom 17.9.2022, wonach der Verzehr von Lieferinger Fischen wegen angeblicher Kontaminierung mit Löschschaum-Chemikalien aus dem Grundwasser bedenklich sei, sorgte für Verwirrung. Tatsächlich sind derzeit keine Angelreviere der PPS und schon gar keine Angelfische betroffen.

Gerhard Hatheier, Gewässerwart und Bewirtschafter der PPS präzisiert:
Derzeit ist der bedenkliche Stoff PFAS nur in Jungfischen im (für die Angelfischerei gesperrten) Fischerwirtsbach und in den (privaten) Klosterteichen von Hr. Rachbauer nachgewiesen worden. Der Fischerwirtsbach mündet zwar in den Lieferinger Mühlbach, dort wurden aber bisher keine Fische beprobt. Daher weiß auch noch niemand, ob bzw. in welchen Ausmaß dort Fische überhaupt belastet sind.

Die bisherigen Untersuchungen sind wenig repräsentativ. Im Fischerwirtsbach wurden lediglich 4 autochthone Bachforellen zwischen ca. 6 und 10 cm und 2 Stichlinge mit ca. 4 cm Länge untersucht. Diese Jungforellen sind nicht für den Verzehr gedacht, da sie noch mindestens zwei Jahre brauchen, um Speisefischgröße (PPS- Brittelmaß 28 cm) zu erreichen. Zu diesem Zweck werden sie nach einem Jahr aus dem Fischerwirtsbach entnommen und in ein ebenfalls für die Angelfischerei gesperrtes Revier umgesetzt. Die Stichlinge sind Kleinfische und werden überhaupt nicht aus den Gewässern entnommen (keine Speisefische).

Aufgrund der geringen Größe der Fische wurden die zwei Fischarten getrennt geschreddert und die jeweilige Fischmasse auf PFAS untersucht. Diese Untersuchung  ergab erhöhte Werte. Nach Aussage der Fischtierärzte Dr. Frank und Dr. Lahnsteiner (Bundesanstalt für Fischerei) kann aufgrund dieser Untersuchungsmethode vorerst noch kein Rückschluss gezogen werden, inwieweit das Fischfleisch selbst kontaminiert ist. Es ist durchaus möglich, dass sich dieser Stoff z. B. nur im Skelett oder in den Innereien der Fische ablagert.

Nach Aussage von Herrn Dipl.-Ing. Dr. Markus Graggaber, Leiter der Abtlg. 5 (u.a. Natur- und Umweltschutz) des Amtes der Salzburger Landesregierung, gibt es derzeit keine PFAS- Grenzwerte für Fische, d.h. es kann derzeit auch keine Behörde ein Verbot aussprechen, lediglich eine Empfehlung ist möglich.

Außerdem stimmt die Aussage (Druckfehler?) nicht, dass bereits bei einem Verzehr von 3 bis 5 Gramm Fisch wöchentlich die tolerierbare Grenze erreicht ist. Richtig wären eher 2,1 bis 3,5 Kilogramm (kontaminierter) Fisch pro Woche für einen 70 Kilo schweren Menschen.

Dass weder Saiblinge noch „Lachsforellen“ (eine für die Gastronomie und den Handel mit Carotin haltigem Futter rotfleischig gezüchtete Regenbogenforellenart) weder als Besatzfische in Angelreviere und schon gar nicht in Aufzuchtgewässer der PPS kommen (und daher auch gar nicht untersucht werden konnten) sollte ebenfalls bekannt sein.

Die Peter-Pfenninger-Schenkung steht in engem Kontakt mit den Behörden und wird Sie über allfällige Erkenntnisse sofort informieren.

Derzeit besteht zwischen Angelfischerei und dem Nachweis von PFAS jedenfalls kein Zusammenhang und alle aus den Angelrevieren der Schenkung entnommenen Fische können bedenkenlos verzehrt werden.